Poesiealbum oder Freundschaftsbuch

Wer kennt es nicht das schöne alte Poesiealbum aus unseren Kindertagen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, jede meiner Freundinnen wollte sich darin verewigen und Zitate über Freundschaften, nette Ratschläge,  oder einfach nur ein paar liebe Worte reinschreiben.

Es war schon etwas besonderes so ein schönes Poesiealbum zu besitzen. Meins ist zwischenzeitlich schon in die Jahre gekommen, aber immer noch gut erhalten. Bei meiner letzten Aufräumaktion habe ich es wieder gefunden und lange darin geblättert, etwas wehmütig allerdings und mich an meine Freundinnen aus der Kindheit erinnert.

Die vielen schönen eingeklebten Bildchen in den verschiedensten Motiven haben mir immer besonders gut gefallen.

Den Text auf der ersten Seite, den jedes Mädchen selber rein geschrieben hat kennt ihr doch auch noch oder? Unten mein Text der in diesem Poesiealbum steht. Lange  ist es her und die Schrift von damals, so sauber und akkurat ( im Gegensatz zu heute)!!!!!

Schon alleine der Name: Poesiealbum hört sich meiner Meinung nach so nach vergangenen Zeiten an. Meine Mutter und Oma besaßen ja auch schon so ein tolles Poesiealbum. Leider sind sie im Krieg verloren gegangen, schade.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts entstand der Brauch, guten Freunden Namen, Wappen und Wahlspruch in das Stammbuch zu schreiben. Im 18. Jahrhundert kamen zu den Sinnsprüchen auch Widmungen und viele Zeichnungen, und im Laufe der Zeit wurden aus den Stammbüchern dann Erinnerungsbücher. Die Blütezeit hatte das Poesiealbum im 19. Jahrhundert, als Mitglieder von literarischen Zirkeln sich gegenseitig mit Versen und künstlerischen Beiträgen in eigens angeschafften Heften „verewigten“. Die Sitte betrieben hauptsächlich Erwachsene.  Auszug von Wikipedia Poesiealbum

Heute ist der schöne Name Poesiealbum leider in Vergessenheit geraten. Sie heißen heute einfach nur Freundschaftsbuch oder Meine Freunde und haben viel Platz für normale Fotos, Lieder oder die Hobbys der Freunde. Irgendwie ist der Sinn des Poesiealbums dadurch verloren gegangen finde ich.

Diesen Eintrag fand ich besonders schön, er stammt von meinem Vater und ist eine sehr schöne Erinnerung.

 Heute gibt es ja leider fast nur noch „Freundschaftsbücher“, in denen die Kinder stichwortartig ihre Daten eintragen. Mein Lieblingsspruch für das Poesiealbum war immer:

„Lebe glücklich, lebe froh, wie der Mops im Haferstroh!“